Unglücklich schwanger

Gewollt schwanger und dennoch unglücklich?! Ja, das gibt es! Und viele Frauen trauen sich nicht, das auszusprechen. Verschweigen und "mitspielen" birgt jedoch noch mehr Unglück. Unglücklich Schwanger - ein Tabuthema...

Annäherung an ein Tabu-Thema

Ja, tatsächlich - es gibt sie. Die Frauen, die ein Baby unter ihrem Herzen tragen und unglücklich sind. Sie können während der gesamten Schwangerschaft nur schwer oder gar nicht mit ihrem Baby in Verbindung gehen und freuen sich nicht auf ihr Kind. Das passiert nicht nur Frauen, die ungewollt Schwanger geworden sind. Im Gegenteil - es kann auch Schwangere betreffen, die ein absolutes Wunschbaby in ihrem Bauch austragen.

Die besagten, sagenumwobenen 9 Monate - eher im Durchschnitt 38 bis 41 Wochen plus-minus ;-) - sind schon für so manch eine werdende Mutter zur Belastungsprobe geworden. Die ständigen Verunsicherungen von verschiedenen Seiten, die Horrorgeschichten von schlimmen Geburten, das Behandeln der Schwangerschaft als wäre sie eine Krankheit - all das kann stark ängstigen. Kein Wunder, dass viele Schwangere die Verbindung zu sich, zu ihrer Intuition und vor allen Dingen zu ihrem Baby verlieren und regelmäßig Angst, Traurigkeit, Schuldgefühle oder sogar Wut verspüren.

Jedoch ist dieses Thema ein absolutes Tabu in unserer Gesellschaft. Wenn eine Schwangere wagt zu äußern, sie würde nichts für ihr heranwachsendes Baby empfinden, hätte eigentlich gar keine Lust auf die Schwangerschaft oder würde am liebsten ihr früheres Leben zurückhaben wollen, erntet sie oft ungläubige und wertende Blicke. Bestenfalls bekommt sie beschwichtigende Worte zu hören, wie "das sind nur die Hormone", "nach der Geburt verliebst Du Dich doch gleich in Dein Baby". Schlimmstenfalls wird ihr vorgeworfen, sie sei undankbar uns solle doch an die vielen Frauen denken, die nicht Schwanger werden können. Oder es kommen Andeutungen, dass frau all das, was sie fühlt, einfach ignorieren könne, weil es nur an der Schwangerschaft liegt und danach doch eh verschwindet.

Und das stimmt nicht. Ihre Gefühle zu ignorieren ist NIE die beste Wahl. Sie zeigen sich, um gesehen und angenommen zu werden. Hinter der Angst, Traurigkeit, den Schuldgefühlen und der Wut verstecken sich Erfahrungen von früher - oft aus der Kindheit - die noch nicht aufgearbeitet wurden. Es müssen gar nicht traumatische Erfahrungen sein, sondern es können auch scheinbare Nebensächlichkeiten gewesen sein, die dazu geführt haben, dass wir uns von unseren Gefühlen dissoziiert hatten, da wir keinen besseren Umgang mit ihnen gelernt haben. Oft sind uns diese Gefühle, Erfahrungen und Situationen gar nicht bewusst, denn sie liegen tief verborgen in unserem Unterbewusstsein. Wenn wir sie "wegdrücken", werden sie früher oder später auf einer anderen Stelle wieder aufkommen. Bis wir bereits sind, hinzuschauen.

Liebe Frau! Wenn Du auch in dieser Lage steckst, dann sei Dir gesagt: Du bist und warst noch nie allein! Ich sehe Dich! Ich kenne und fühle, was Du fühlst. Es ist okay - Du kannst nichts dafür. Und es ist ein großartige Chance, genauer hinzuschauen. Trau dich! Ja, es tut manchmal weh - doch es befreit. Gefühle sind da, um sie zu fühlen, um sie anzunehmen, damit sie dann wieder weiterziehen können.

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Deine Noémi